„Look for the Sennheiser logo“

Es hat sich bis zu den Ächzperten von Bash.org herumgesprochen:

(ndrj): anyone good with sound tech here?
(ndrj): if i put a pair of cheap mp3 headphones in my PC i get lots of buzzing/electric noise, but if I put decent/expensive pair in i don’t. what is it that removes this, what should I be looking for when I buy a pair? 😛
(decx): the sennheiser logo

Mal ausprobieren, ob da was dran ist, denn irgendwie halten bei mir Headsets bisher höchstens ein Jahr. Hier meine ersten Eindrücke vom:

Sennheiser PC 141

sennheiser141

Meine persönlichen Anforderungen an einen Kopfhörer:

Erstens: die Ergonomie

Ich mag keinen oben liegenden Bügel, der auf den Kopf drückt. Und man muss den Kopfhörer wenigstens zwei Stunden lang tragen können, ohne dass er drückt oder scheuert.

Zweitens: Die Ausstattung

2 Meter Kabel mit Lautstärkeregler sind Pflicht. Und da ich auch ab und zu Skype oder Temspeak benutze, brauche ich natürlich ein Mikro.

Drittens: der Klang

Spiele und Filme in normaler Lautstärke sollte jeder random Kopfhörer problemlos wiedergeben können. Musik höre ich auch gerne mal lauter, und dabei will ich das Vorhandensein von Bass wahrnehmen können.

Viertens: die Qualität

… ist offenbar schlecht, wenn ein Kopfhörer im Alltagsbetrieb den Geist aufgibt.

Bei mir läuft das auf ein Headset mit Nackenbügel hinaus.

Die Vorgänger

Ein einfachstes Billigmodell

nach dem Auswahlkriterium “sofort&neu”, mit Preis incl. Versandkosten minimal, reichte für den Normalbetrieb aus. Aber ein lauter gehörtes ein Album mit netten Bässen drauf haben die Membranen nicht verkraftet: “i get lots of buzzing/electric noise“. Wurde mittlerweile entsorgt.

Ergonomie: gut.
Ausstattung: ok.
Klang: eine Weile akzeptabel.
Qualität: bäh.

Ein Wintech WH 002,

nur geringfügig teurer, mit stabilem Gewebekabel, sinnvoller Zugentlastung und schwanenhalsartig biegbarem Mikrofonbügel. Praxisorientiertes robustes Design, muss nur wohl leider für anders geformte Ohren als meine entworfen worden sein, nach einer halben Stunde kriege ich davon Druckstellen.

Ergonomie: nicht so gut.
Ausstattung: gut.
Klang: akzeptabel.
Qualität: gut.

Schluss mit saubillig: dann kam das Logitech Premium Notebook Headset.

Hochwertige Materialien, sehr gute Ausstattung, schickes Design in hellsilber und glänzendem Schwarz. Mit einer USB-Soundkarte, Mikrofon-Stummschalter am Kabelregler, verstellbarer Sitz der Ohrhörer, nach hinten drehbarer Mikrofonbügel aus Metall, und das Ganze in einer praktischen stabilen Transportbox. Ich war zufrieden. Bis irgendwann am oder im linken Hörer sporadisch ein Wackelkontakt auftrat. Blöd.

Ergonomie: sehr gut.
Ausstattung: hervorragend.
Klang: gut.
Qualität: tja, schade.

Next try, more luck? Das Sennheiser PC 141

Schon bei der Auswahl des Logitech Headset hatte mich das Teil von Sennheiser angezwinkert. Aber der Listenpreis entsprach auch zu der Zeit schon nicht meinem gefühlten “das darf sowas kosten”. Nun war das Logi-Ding in den letzten Zügen, Weihnachten ein Weile vorbei, und in der Bucht trieben zufällig ein paar 141 von privat, von denen ich mir schließlich eins rausgeangelt habe.

Mein allererster Eindruck beim Auspacken:

Nanu, mehr ist da nicht dran?” Ein wirklich sehr filigranes Teil. Das Kabel ist dünner als bei allen oben genannten Geräten, ein wabbeliger Nackenbügel, der nach hinten drehbare Mikrofonbügel ist aus Gummi. Das dezente Design in Schwarz und Anthrazit wirkt dabei weder billig noch aufdringlich.

Nun ist ein Headset ja nicht für den Handbetrieb gedacht, also gleich mal um den Hinterkopf gelegt, und gleich das nächste “Nanu? Ich merk ja garnichts!“. Aha, darum ist da also nicht mehr dran: es ist leichter und bequemer als eine Sonnenbrille. Während ich die anderen Modelle um so mehr gemerkt habe, je länger ich sie auf den Ohren hatte, um so eher besteht beim 141 die Gefahr, dass ich schon nach wenigen Augenblicken vergesse, dass mein Kopf noch verkabelt ist.

Also ab in die nächste Testphase: Ton ab!

Angeschlossen habe ich es nicht an die Onboard-Soundkarte, sondern an die eben genannte Logitech USB-Soundkarte, mit dem Windows-Standard-Treiber. Nicht das geringste Grundrauschen kann ich hören.

Erstmal Mucke drauf, die ich sonst lauter höre: Timbaland, Das Bo, Oomph, … Woah, hätte nicht gedacht, dass so ein kleines offenes System tatsächlich Tiefbass abgeben kann. Natürlich keine Brustkorbmassage wie mit Subs der 10”-Klasse, aber definitiv wahrnehmbar. Das kenne ich von den anderen Headsets nicht.

Weiter mit mehr Details: Smudo, Dire Straits, … oh, und den Equalizer ausmachen. Jetzt wird es etwas höhenlastig, aber es bleibt ein äußerst fein gezeichneter Klang über den gesamten Hörbereich. Seit ich mich sich dran gewöhnt habe, kann der Equalizer auch aus bleiben, weil er den Sound eher verfälscht als verbessert. Schon lustig, wenn bei -äh- auf Massengeschmack produzierten Titeln das Overdubbing nicht die Stimme voller macht, sondern man tatsächlich eine zweite raushört. Wobei, bei Spielfilmen kann der Equalizer wieder an, da darf es ruhig etwas kräftiger krachen, und – auch wenn es dieser Kopfhörer leicht möglich macht – man muss die Tonquellen dabei nicht mehr nur mit dem Gehör orten können.

Fazit

Wer billig(es) kauft, kauft doppelt! Wer besseres kauft, hat – zumindest solange es hält – mehr davon. Bislang bin ich mehr begeistert als nur zufrieden, und gespannt, ob bzw. wie lange das so bleibt.

Ergonomie: hervorragend.
Ausstattung: ok.
Klang: sehr gut.
Qualität: empfehlenswert.

Produktseite des Herstellers

http://de-de.sennheiser.com/pc-headset-internet-telephony-voip-pc-141

Veröffentlicht von

Arno Beckmann

Arno Beckmann ist Informatiker und freier Web-Entwickler, und lebt in Hamburg-Bergedorf.